KAMI-NO MICHI Logo klein WEG DES GEISTES

         
  Jens Oberheuser, 3. Dan  
         
  BildJens  

Meinen Weg mit Karate habe ich 1998 mit 12 Jahren begonnen.

Zu Beginn vor allem deshalb, weil Kampfsport „cool“ war und, da ich schon immer auf Kampfsportfilme abgefahren bin, ich so sein wollte wie meine Vorbilder aus diesen Filmen. In dieser Zeit waren auch noch einige meiner Schulfreunde mit dabei, so dass wir uns gegenseitig motivieren und unsere Kräfte messen konnten. Im Laufe der Zeit haben jedoch die meisten von ihnen das Training wieder aufgehört.

Ich habe jedoch relativ schnell festgestellt, dass mir das Training sehr viel geben konnte. So wurde ich mit jeder Trainingseinheit, jeder bestandenen Prüfung selbstbewusster und offener. Ich konnte nun anders auf Menschen zugehen und auch selbstsicherer auftreten, was mir vor allem beim anstehenden Schulwechsel von der Grundschule auf das Gymnasium und auch danach sehr weiterhalf.

Weniger schnell hingegen, aber doch stetig, bemerkte ich wie sich mein körperliches Wohlbefinden und auch meine Kraft und Ausdauer steigerten. Ausdauer ist hier sowohl im körperlichen wie auch geistigem Zusammenhang gemeint. Das am Anfang oft sehr harte und auch heute noch anstrengende Training trugen ebenso dazu bei, wie die unermüdlichen Korrekturen und Verbesserungen unseres Trainers, welche vor allem der geistigen Ausdauer (niemals aufgeben und niemals aufhören zu lernen und sich zu verbessern) auf die Sprünge halfen.

Was wäre jedoch ein Weg ohne Verzögerungen? In den Jahren 2007 und 2008 hatte ich einen Durchhänger. Ich hatte mein Abitur in der Tasche, bekam aber nicht den Studienplatz den ich mir gewünscht habe, weshalb ich frustriert war und mir alles auf die Nerven ging. In diesen beiden Jahren trainierte ich auch so gut wie gar nicht mehr. Erst als ich wieder intensiv mit dem Training begann (2-3mal die Woche) merkte ich wie es mir wieder besser ging und ich das Tief überwunden hatte.

Heute, nach zwölf Jahren mit Karate kann ich sagen dass mir das Karate sehr geholfen hat meinen Weg zu finden, vor keinem Hindernis mehr zurückzuweichen und, um es mit den Worten von Sensei Gichin Funakoshi zu sagen, mich dazu bringt mich ständig an neuem zu versuchen.